Warum ein Vorwort
Gestern wurden bei uns wieder 2 prachtvolle grüne
Leguane abgegeben. Sie hatten Glück, weil sie noch
jung genug waren.
1 Woche davor war es ein grüner Leguan Bock, herrlich
olivgrün/orange, jedoch schon zu erwachsen (nicht einmal
der Kölner Zoo konnte ihn aufnehmen!).
Wiederum 2 Wochen davor ein grünes Leguan Pärchen,
12 Jahre alt.
Abgesehen von den unzähligen Schlangen und anderen
Reptilien.
Es ist schmerzlich mit anzusehen, wie die Halter verzweifelt
(teilweise unter Tränen!) versuchen ein neues Heim
für die Schützlinge zu finden, weil sich im Leben
nun doch vieles so verändert hat, das ein Zusammenleben
nicht mehr funktioniert.
Mit der Hand aufgepäppelte Tiere, bei denen nicht
nur die Tiere dem Halter ans Herz gewachsen sind, sondern
auch umgekehrt das Tier sich an den Halter gewöhnt
hat erleben nun einen Bruch in der "heilen Welt".
Abgesehen von der Chance, im Laden aufgenommen zu werden,
stellt sich beim Anblick dieser Dramen die Frage, wo ist
das Problem?
Das Problem ist unsererseits meistens die spontane
Bereitstellung des benötigten Lebensraumes. Doch was
war zu erst da.. "die Henne oder das Ei?".
Vor dem Erwerb von Tieren
Ich möchte hier wirklich nicht als Moral-Apostel auftreten.
Vermutlich weiß niemand wirklich so genau, ob Moral
etwas mit dem zu tun hat, was man momentan für schön,
passend und richtig hält und es lässt sich durch
schlichte Veränderung der Sichtweise manipulieren bzw.
verändern.
Doch wenn wir über Sichtweisen sprechen, könnten
wir uns das Leben versuchen aus Sicht der Tiere zu betrachten,
bevor wir es anschaffen ;)
Deswegen vorher die Motivprüfung!
(auch wenn es hart klingt!)
- dient die Anschaffung des Tieres einer spontanen
Lustentscheidung?
- ist die Anschaffung eine Art Mode-Erscheinung?
- möchte man jemanden eine Freude machen, ohne
wirklich zu wissen, ob er zur Haltung in der Lage ist?
- ist man selber in der Lage, Verantwortung für
sich selbst (und damit auch für das Tier) zu übernehmen?
- weiß man eigentlich, womit man es zu tun bekommt?
Das Versprechen
Das Hobby Terraristik ist nun einmal eine Beschäftigung,
bei der es nicht um Modellbau geht, sondern um lebende "Objekte".
Bzw. ist Tierhaltung generell eine Sache, die man "kein
Spiel" nennen sollte.
Beim Erwerb der Tiere gehe ich mit dem Schützling
ein Versprechen ein, mich um ihn zu kümmern und seinem
leiblichen Wohl nach bestem Wissen und Gewissen zu entsprechen,
und ihm eine artgerechte Haltung zu garantieren.
Was ist Artgerecht?
Einerseits sind alle Lebewesen individuell zu betrachten,
da sich zwischen den Beziehungen der Umgebung, des Halters,
der Vergesellschaftung, des Lebensraumes unterschiedliche
Bedürfnisse und Abhängigkeiten ergeben.
Andererseits gibt es Faustregeln, die man beachten sollte:
- Wie alt wird das Tier im günstigsten Falle?
- Wie groß wird das Tier?
- Vergesellschaften oder nicht?
- Welchen Lebensraum muss ich dem Tier bieten können?
- Welche laufenden Kosten kommen auf einen zu?
- Welche Art des Futters benötigt das Tier?
ffg. |